Ich weiss nicht ob Sie es wussten?


Interessante Informationen und Wissen rund um das Thema Kaffee.

Muckefuck ist ein Malzkaffee
Muckefuck war als ein billiger Ersatz für ehemals teuren Bohnenkaffee gedacht. Für die Herstellung verwendet man gemälzte Gerste. Dafür werden Gerstenkörner zum Keimen gebracht und anschließend getrocknet. Durch eine angepasste Trocknungsdauer und Temperatur kann der Geschmack deutlich variieren. Die erste Verwendung wird auf das Ende des 18. Jahrhunderts datiert, wo wegen des preußischen Kaffeemonopols ab 1781 und ähnlichen Regelungen in seinen Nachbarstaaten und der Kontinentalsperre ab 1806 Bohnenkaffee zum seltenen und teuren Luxusgut wurde, und nach gleichwertigen Alternativen gesucht wurde.
Akzeptanz des Kaffees im Büro

Der Kaffee verändert den Alltag in Europa grundlegend. Seit dem Mittelalter war in weiten Teilen der Bevölkerung Biersuppe das normale Frühstück gewesen. Ein Großteil der Menschen befand sich in einem dauernden Rauschzustand. Denn das häufig verseuchte Trinkwasser konnte Krankheiten auslösen und war daher wenig beliebt. Zudem half der Alkohol den schweren Alltag zu vergessen. Besonders in dem von Kriegen, Pest und Tyrannei gebeutelten London zog sich die „Trunksucht“ durch alle Gesellschaftsschichten. Die Briten hatten die Wahl zwischen schweren, dunklen Bieren, Rum und Whiskey.

Der morgentliche Kaffee löste in Europa die Biersuppe ab. Besonders Fabrikbesitzer erkannten rasch, wie wichtig das war. Auf einmal waren die Arbeiter nüchtern, weniger Streitsüchtig und pünktlich zur stelle. Kaffee wurde – anders als der „Myßiggänger“ Schokolade oder der meditative Tee – zum Verbündeten der Arbeit. Das zeichnet sich noch heute an der Akzeptanz des Bürokaffees ab. Auch das geschäftstüchtige Londoner Bürgertum entdeckte das “ Coffee House“ und machte es zum Ersatz für den Firmensitz. An den Wänden zeigten riesige Uhren an, ob es Zeit für den nächsten Termin war. Ein Engländer, der 1738 nach Hamburg reiste, wunderte sich, dass dort im Kaffeehaus nur Zeitung gelesen wurde„ohne die geringste Spur davon, dass dort irgendein Geschäft abgeschlossen würde.“ Londons Kaffeehäuser wurden zu Zentren intelligenter Gespräche und Unterhaltung. Man nannte sie „Penny Universitys“, weil der Eintritt einen Penny betrug.

Kaffee macht impotent?

In europäischen Kaffeehäusern galten keine Standesunterschiede. Alle Gäste, die bezahlen konnten, saßen im gleichen Raum zusammen, egal welchen Beruf sie ausübten.

Nur Frauen in England waren in diesen Stätten der Toleranz noch bis 1730 nicht willkommen. Mit der „Womens Petition against Coffee“ machte 1674 die Frauenbewegung ihren Ärger Luft. Sie warfen den Männern vor, dass der Kaffee sie impotent mache. Das stimmte insofern, dass die Männer ihre gesamte Zeit im Kaffeehaus verbrachten und nicht mehr nach Hause kamen. Eine Wirkung hatte die Flugblattaktion aber nicht. Inzwischen verbreiteten die Holländer den Kaffee über die Welt. Sie pflanzten ihn zum Beispiel in ihren Kolonien in Ceylon.

Das Wort »Kaffee«
Kaum jemandem ist bewusst, dass der Name Kaffee wahrscheinlich auf die türkische Bezeichnung für Wein – „qavah” oder „kahve” – zurückzuführen ist. Da Muslimen der Genuss von alkoholischen Getränken streng untersagt ist, wichen sie gerne auf Kaffee aus, der ähnlich belebend wie Wein empfunden wurde. Irgendwann übertrug sich voraussichtlich die Bezeichnung für Wein auf das beliebte schwarze Aufgussgetränk. Aus „qavah” oder „kahve” entwickelte sich vermutlich auch im deutschen Sprachraum das Wort Kaffee.
Robusta & Arabica
Von den ungefähr 50 Kaffeesorten auf der Welt sind die Sorten Robusta und Arabica wohl jedem Kaffeeliebhaber bekannt. Die Bohnen der beiden Sorten sind die meist verwendeten in der Kaffeeproduktion. Sie unterscheiden sich in zweierlei Hinsicht: einerseits im Koffeingehalt und andererseits im Geschmack. Arabica Bohnen enthalten mit 1,2 % - 1,7 % nur etwa die Hälfte an Koffein im Vergleich zu Robusta Bohnen. Dementsprechend ist der Kaffee aus Arabica Bohnen mild im Geschmack. Außerdem duftet die Sorte süßlich und gilt als hochwertiger und ist somit auch teurer. Kaffee aus Robusta Bohnen ist hingegen bitterer und vollmundiger im Geschmack. Ganz gleich welche Bohnensorte, die Qualität des Kaffees hängt auch von der Größe, der Verarbeitung und der Röstung der Bohnen ab.
Der teuerste Kaffee der Welt

Der wohl teuerste Kaffee der Welt heißt Kopi Luwak und wird in Indonesien "rein natürlich veredelt" hergestellt. Der Kaffee reift und der Fleckenmusang (Paradoxurus hermaphroditus) eine in Süd- und Südostasien verbreitete Schleichkatzenart. frisst die Kaffeebohnen. Die Schleichkatze kann zur Nahrungsaufnahme jedoch nur das Fruchtfleisch der Kaffeebeeren verwerten und scheidet den Kern (die Bohne) wieder aus.

Die Kaffeebohne wird im Magen der Katze fermentiert, d.h. enzymatisch umgewandelt. Dieser Vorgang sorgt dafür, dass die Bitterstoffe des Kaffees gespalten werden und letztendlich dem Kopi Luwak Kaffee seinen würzig-süßen Geschmack verleihen. Nach dem ersten Herstellungsvorgang durch die Schleichkatzen werden die Kaffeebohnen nach herkömmlichen Verfahren weiterverarbeitet und geröstet. Pro Pfund zahlt man für den Luxuskaffee bis 600 $.

Rohstoff Kaffee
Der jährliche Kaffeekonsum liegt bei 500 Billionen Tassen Kaffee. Damit ist Kaffee nach Erdöl der meist gehandelte Rohstoff der Welt. Kaffee macht dem Erdöl nicht nur im internationalen Verbrauch Konkurrenz. Britische Journalisten haben es nämlich geschafft, in einem mit Kaffee betriebenen Auto die Strecke von London nach Manchester zurückzulegen. Das liebevoll getaufte Car-Puccino verbrauchte dabei circa 35 Espressi pro Kilometer und steht im Guinessbuch der Rekorde.
Kaffee und Milch
Eine normale Tasse purer Kaffee scheint schon fast langweilig bei der riesigen Auswahl an Kaffeespezialitäten. Vom Cappuccino, über Café au Lait bis hin zum Latte Macchiato – Kaffee in Kombination mit Milch ist der Hit. Kaffee wird aber nicht mehr ausschließlich mit normaler Kuhmilch getrunken, sondern auch zunehmend mit pflanzlichen Alternativen. Insbesondere Menschen, die an Laktoseintoleranz leiden und daher keine normale Milch zu sich nehmen können, greifen auf das Repertoire an Milchalternativen zurück. Auch Veganer, die gänzlich auf tierische Erzeugnisse verzichten, freuen sich über die Auswahl an pflanzlichen Drinks. So können, je nach Geschmack, zum Beispiel Drinks aus Soja, Reis, Hafer, Mandeln, Dinkel oder auch Kokosnussmilch alternativ bei der Zubereitung von Kaffee-Milchschaum-Variationen verwendet werden.
Koffein-Gehalt
Wussten Sie schon, dass dunkler geröstete Kaffeebohnen weniger Koffein enthalten als hellere, nur kurz geröstete Kaffeebohnen? Beim Röstvorgang werden die Bohnen bei einer Temperatur von 200 °C erhitzt und verlieren bei diesem Prozess an Gewicht und bis zu 60 % ihres Volumens. Gleichzeitig werden die Bohnen bei diesem Vorgang brüchiger und lassen sich somit leichter mahlen. Beim Röstvorgang gewinnen die Kaffeebohnen bis zu 1500 verschiedene Aromen. Helle Bohnen mit einem höheren Koffeinanteil ergeben einen eher säuerlichen Kaffee und länger geröstete dunkle Bohnen einen eher bitteren Kaffee. Wer einen echten Wachmacher am Morgen benötigt, sollte also zu hellen koffeinhaltigeren Bohnen greifen.
Kaffee ohne bitte!
Für diejenigen, die zu bestimmter Stunde keinen Kaffee mehr trinken können, weil sie sonst nachts nicht zur Ruhe kommen, gibt es entkoffeinierten Kaffee. Der entkoffeinierte Kaffee geht auf eine Idee Johann Wolfgang von Goethes zurück, der einem Bekannten, dem Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge dazu riet, Kaffeebohnen zu destillieren. Hierbei entdeckte der Chemiker das Koffein. Heutzutage ist Deutschland der Weltmeister im Entkoffeinieren des Kaffees. Goethe sei Dank!